Trails, Trails, Trails - im Vinschgau

29.07.2016

Zwischen Reschenpass und Meran erstreckt sich ein altbekanntes Paradies, das Vinschgau. Mit zahlreichen Sonnentagen, wie sonst kaum in den Alpen, majestätischen Bergen und üppiger Vegetation ist es nicht nur ein Mekka für Wanderer, sondern auch für uns Mountainbiker. Warum? Weil unzählige Kilometer Singletrail auf uns warten!

Und so packen Frank und ich immer wieder das Auto voll mit Rädern, Zelt und großen Erwartungen an die bevorstehenden Höhenmetern, um nach wenigen Stunden Anfahrt den Campingplatz Cevedale in Goldrain (http://www.camping-cevedale.com/) zu erreichen. Dieser, mit Herz geführte, kleinere Campingplatz liegt inmitten eines Obstgartens zwischen Schlanders und Latsch. Hier gibt es alles, was das kleine Camperherz begehrt: tiptop saubere Nasszellen, ein kleines Lädchen mit täglich frischem Brot, stets kaltem Bier und sogar einem Swimmingpool!

Besonders gefallen hat mir die Tour zum Göflaner Marmorbruch: satte 1520 hm müssen erstmal bewältigt werden, um oben am Bergwerk anzukommen. Der Aufstieg wird aber durch Ausblicke auf das Vinschgau erleichtert. Eine Empfehlung meinerseits: Sonnenbrille nicht vergessen! Denn der Schotterweg nach oben ist mit Marmor aus reinstem Weiß übersäht und das blendet. Bevor es dann mit Flow zur Göflaner Alm runter geht, werden Kaminwurz und Vinschgerl verputzt und die lehrreichen Infotafeln über den Marmorabbau durchgelesen. Die Göflaner Alm lädt zu einer spritzigen Apfelschorle und Kuchen ein. Auf dem Göflaner Höhenweg üben wir schon mal die ersten Wurzelpassagen und Felsstufen bevor wir uns den Holy-Hansen-Trail hinunter stürzen. Es warten 1000 hm und 9 km Trail auf uns! Passagen mit viel Flow wechseln sich ab mit Spitzkehren, Kuppen und kleinen Anlegern und ohne stark verblockten Stufen. Ganz nach meinem Geschmack! Total ausgedurstet, konzentrationschwach und fertig vom Halten, spuckt mich der Trail irgendwo unten im Tal wieder aus. Wie gut, dass Frank die Orientierung behalten hat. Zur Belohnung gibt es ein "Alex" (Kaba im Tetra).

Wenn die Sonne zu sehr runter brennt, dann brauchen wir beim Aufstieg Schatten. Hier kann ich nur die Tour zur Latscher Alm empfehlen, die zunächst im Wald zur Tarscher Alm hinauf führt. Begleitet werden wir von einem ganz seltenen Schmetterling: dem Trauermantel! Die dunklen Flügel, mit blauen Punkten und einem gelben Rand, sind so groß, dass ich jeden seiner Flügelschläge spüren und hören kann. An der Tarscher Alm angekommen, werden wir etwas enttäuscht. In direkter Nähe der Vesperterrasse befindet sich ein wirklich stinkender Schweinestall. Also geht es unmittelbar weiter auf kurzem Singletrails zur Latscher Alm. Dort dösen wir lange in der Sonne, genießen Apfelsaft aus dem Tal und sind gespannt auf die bevorstehende Abfahrt: der Roatbrunn-Trail. Wieder geht es schlappe 9 km und über 1000 hm entlang eines aufregenden Weges hinab ins Tal. Dieses Mal tu ich mir etwas schwerer als auf dem Holy-Hansen-Trail. Gleich zu Anfang geht es super steil bergab. Es ist besser für mich diese Passage zu schieben, wenn ich den Rest der Abfahrt noch genießen möchte. Neben steilen Abgründen am Wegesrand, fordern mich vor allem schwierige Fels- und Wurzelpassagen. Zu guter Letzt komme ich geschafft aber glücklich an der Eisdiele in Latsch an und verdrücke erfrischendes Zitroneneis. Auch Frank kam auf seine Kosten, obwoh er hin und wieder auf mich warten musste. Ob langsam oder schnell, ob in einem Rutsch oder mit kurzen Entspannungspausen, jeder hat hier seinen Spaß!

Neben all diesen Trails, gibt es auch gemütlichere Touren mit herrlichen Ausblicken auf die Bergwelt und leckeren Einkehrmöglichkeiten. Probiert es doch auch einfach mal aus!

Frank hat die wichtigen GPS-Daten wieder bereit gestellt und kann auch folgenden App wärmstens empfehlen: Sentres (der ideale Tourbegleiter).

Nun viel Spaß beim Bilder-Gucken, nicht vergessen genügend zu trinken und euch mit Sonnencreme einzureiben :-)

Eure Katharina

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